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Start des NaNoWriMo 2015

Badge: NaNoWriMo 2015 Participant

Der November ist da. Für viele Autoren in aller Welt heißt das vor allem eins: NaNoWriMo. Die etwas sperrige Abkürzung steht für National Novel Writing Month. Wer mitmacht, setzt sich das Ziel, innerhalb dieses einen Monats 50.000 Wörter eines Romans oder eines Sachbuchs zu schreiben. Das klingt nach viel Arbeit – und das ist es auch. Aber es lohnt sich!

Was bringt die Teilnahme?

In allererster Linie: einen ordentlichen Motivationsschub. Allein der feste Vorsatz, innerhalb von 30 Tagen 50.000 Wörter zu schreiben, führt dazu, das Schreiben auch wirklich ernst zu nehmen. Hier kann man es sich nicht leisten, auf die Muse zu warten und nur zu schreiben, wenn man gerade Lust dazu hat (wobei Autoren häufiger Lust darauf haben sollten als nicht; wozu sonst sind sie Autoren?). Mit dem Bekenntnis zum NaNoWriMo hält so etwas wie ein Wettkampfcharakter ins Schreiben Einzug: Man will sich selbst und anderen beweisen, dass man es schafft. Eine sehr starke Motivation!

Die Community ist klasse und in allen sozialen Netzwerken spornen sich die Autoren gegenseitig an, bauen sich wieder auf, wenn es gerade mal nicht so gut läuft, geben hilfreiches Feedback oder Tipps zum Prozess oder zu einem konkreten Problem im Werk. Das ist Gold wert.

Auf der NaNoWriMo-Website kann man sich gut vernetzen. Allein der Blick auf die Statistiken der Buddies kann die Motivation neu anfachen, wenn mitten im Monat der befürchtete Durchhänger droht. Der eine zieht den anderen mit.

Es gibt Pep Talks, die aufbauen und motivieren, in manchen Regionen Schreibevents, zu denen sich Autoren in Cafés treffen und nach einem gemütlichen Austausch allesamt konzentriert in die Tasten hauen, es gibt Schreibsprints über Twitter und vieles mehr. Diese Hilfestellungen und Events unterstützen die Teilnehmer dabei, die geforderte Wörterzahl auch tatsächlich zu schaffen.

Und nicht zuletzt kann der NaNoWriMo dabei helfen, sich auf Wesentliches zu konzentrieren und überhaupt einmal ein Projekt abzuschließen. Wer mit dem inneren Kritiker in sich zu kämpfen hat, der jeden Absatz, jeden Satz, jedes Wort kritisch beäugt und zwanzigfach ändern will, dem kann der NaNoWriMo dabei helfen, diesen inneren Kritiker in Urlaub zu schicken, bis die Rohfassung abgeschlossen ist. Überarbeiten muss man danach sowieso.

Zügiges Schreiben ohne inneren Kritiker, der einem über die Schulter sieht, kann dazu führen, dass man in einen sogenannten Flow kommt. Die Wörter drängen nur so heraus, formen sich wie von selbst. Meine Erfahrung: Was man in einem solchen Flow schreibt, ist meist schon recht gut und benötigt weniger Überarbeitung als die Passagen, die mehr Zeit in Anspruch genommen haben und an denen man vielleicht schon während des Schreibens gefeilt hat.

Wenn dich diese Vorteile überzeugen, kannst du dich hier zur Teilnahme anmelden: nanowrimo.org

Schlüssel zum Erfolg

Eine gute Vorbereitung ist hilfreich: Charakterisierungen der Hauptfiguren, ein grobes Handlungsgerüst oder sogar ein ausgearbeiteter Szenenplan, die wichtigsten Punkte bereits recherchiert … Aber jeder Autor arbeitet anders. Wer lieber entdeckend schreibt, ohne Outline, kann ebenfalls das Ziel erreichen. Wenn dich die Herausforderung jetzt also spontan lockt, probier es einfach aus. Oder nimm dir die ersten beiden Tage Zeit für eine grobe Planung, den dadurch entstehenden Rückstand kann man immer noch aufholen.

Regelmäßiges Schreiben ist im NaNoWriMo unabdinglich, wenn man 50.000 Wörter in nur 30 Tagen schaffen will. Bricht man das herunter, kommt man auf 1.667 Wörter pro Tag, die zu schreiben sind, um das Ziel zu erreichen. Das ist machbar. Es bietet sich aber an, ein etwas höheres Pensum anzustreben, um einen Puffer für unvorhergesehene Störungen zu haben.

Kleinvieh macht auch Mist: Für manche ist es beruflich und familiär bedingt sicherlich schwierig, sich einen ganzen Monat lang jeden Tag einen großen Zeitraum freizuschaufeln, in dem sie ungestört schreiben können. Aber das muss auch nicht zwingend sein. Eine halbe Stunde oder eine Stunde früher aufstehen, während die anderen noch schlafen – schon gewinnt man wertvolle Schreibzeit und hat einen Teil des Pensums bereits erledigt. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit pendelt, kann in dieser Zeit ebenfalls ein paar hundert Wörter in den Laptop tippen.

Priorisieren: Statt sich abends die zehnte Wiederholung eines Spielfilms anzusehen, ist dieselbe Zeit sowieso viel besser ins Schreiben investiert. Müssen die Fenster wirklich jetzt geputzt werden? Solange doch noch Tageslicht durchkommt … 😉 Jeden Tag eine dreiviertel Stunde kochen? Es schadet nicht, an einigen Tagen einen Lieferdienst in Anspruch zu nehmen. Und auch das persönliche Umfeld unterstützt gern, wenn man deutlich macht, wie viel das Schreiben und das Gewinnen des NaNoWriMos einem bedeuten. Der Partner kann auch mal die Wäsche aufhängen, den Hund ausführen, das Bad putzen. Und Familie und Freunde haben sicherlich Verständnis dafür, wenn die Zahl der Treffen und Verabredungen im November minimiert ist.

Mein NaNoWriMo 2015

Ich nehme dieses Jahr nach einem erfolgreichen im Jahr 2012 zum zweiten Mal am NaNoWriMo teil. Meine Erfahrungen aus meinem ersten NaNoWriMo kannst du hier nachlesen:

Kurz vor dem Startschuss: Der verrückte Schreibsprint namens NaNoWriMo

NaNoWriMo-Update: Die Kunst, trotz aller Hindernisse das Ziel zu erreichen

NaNoWriMo: Von Freudentaumel und Wehmut – und ein Ausblick auf das, was nun folgt

Ich weiß also, auf was ich mich einlasse. Und ich weiß auch, dass mittendrin Fallen lauern können, die einen aus dem Zeitplan werfen können.

Die letzten beiden Jahre habe ich nicht teilgenommen, weil es durch meine Arbeit nicht passte. Denn bisher habe ich, wenn ich Bücher übersetze oder lektoriere, eigene Schreibprojekte ruhen lassen. Ich hatte die Befürchtung, mich sonst nicht voll und ganz einem Werk widmen zu können, dass ich das Personal aus zwei Werken eventuell durcheinanderwerfen könnte (und seien es nur Eigenschaften der Hauptfiguren) oder dass der Schreibstil des einen Projekts auf das andere abfärbt. Aktuell habe ich auch wieder einen Roman zur Übersetzung. Ich denke aber, dass ich meinen Stil inzwischen soweit gefestigt habe, dass kein Abfärben aus dem Übersetzungsbuch stattfinden wird und bei der Übersetzung wiederum dürfte sowieso nichts passieren, denn das Buch liegt ja vollständig (wenn auch in einer anderen Sprache) vor und ich orientiere mich beim Übersetzen eh am Stil des Autors. Ich werde es probieren. Wenn ich allerdings das Gefühl habe, dass ich nicht dauernd zwischen zwei Werken hin- und herwechseln kann, dann werde ich mein NaNoWriMo-Projekt eben verschieben. Die Übersetzung geht eindeutig vor. Dennoch hoffe ich, beides unter einen Hut bringen zu können.

Planst du dieses Jahr eine Teilnahme am NaNoWriMo? Wie gehst du das Abenteuer an? Ich freue mich über Kommentare!


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