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Challenge Autorenwahnsinn – Aufgaben 1 bis 5

Fragezeichen

Die beiden Betreiberinnen des Blogs schreibwahnsinn.de haben eine Challenge ins Leben gerufen: 31 Tage Autorenwahnsinn. An jedem Tag im Januar sollen Autoren etwas von ihrem Schreiballtag preisgeben, beispielsweise kurze Einblicke in ihre Arbeitsweisen, in aktuelle Schreibprojekte oder Infos zu den genutzten Hilfsmitteln und Programmen. Die Antworten können etwa – so der Vorschlag der Initiatorinnen – durch ein Bild symbolisiert auf Instagram gepostet werden, aber jeder Autor und jede Autorin ist frei, andere Kanäle wie die eigene Website/den eigenen Blog, Facebook oder Twitter zu nutzen und ein anderes Format wie Text zu wählen. Da ich nun verspätet einsteige und manche Antworten nur aus einem Satz oder einem kurzen Absatz bestehen, habe ich mich dazu entschieden, mir nicht zeitversetzt täglich eine Frage vorzunehmen, sondern die Aufgaben zu bündeln und zwei Mal wöchentlich je 5 Antworten zu posten. Hier also meine Antworten zu den Tagesfragen 1 bis 5.

Aufgabe 01: Rückblick auf das Schreibjahr 2016

Simba in seiner Hängematte

Simba in seiner Hängematte

Ich habe zwar nicht das gesamte Jahr über faul in der Hängematte gelegen, wie mein Kater Simba auf dem Foto – im Gegenteil, ich habe viel als freie Lektorin und Übersetzerin gearbeitet –, aber was eigene Schreibprojekte anbelangt, war es kein produktives Jahr. Ende 2016 habe ich das durch die Teilnahme am NaNoWriMo herausreißen und im November (plus Dezember) die Rohfassung eines Romans schreiben wollen, aber das hat nicht geklappt. Zwei Todesfälle im näheren Umfeld sowie ein zeitintensives und nervenaufreibendes privates Großereignis haben kaum Luft fürs Schreiben gelassen. Das betrifft zum einen den Zeitfaktor, weitaus wichtiger für das „Scheitern“ war aber, dass meine Gedanken komplett anderweitig gebunden waren – und auch die Arbeit an anderen Projekten lief ja weiter. Ich verfalle deswegen nicht in Selbstkasteiung, solche Phasen gibt es im Leben und dann muss das Schreiben eigener Werke eben mal ruhen. Für 2017 habe ich mir aber eine Menge vorgenommen und arbeite auch schon fleißig an der Umsetzung.

Aufgabe 02: 1. Satz des aktuellen Projektes

Der erste Satz meines aktuellen Projektes ist sehr kurz, daher nehme ich einfach mal den ersten Absatz aus dem Prolog:

Bernd Lehmann zitterte. Er spürte, wie die Hoffnung ihn verließ. Diese Nacht würde er nicht überleben. Dennoch musste er jetzt stark sein. Schließlich ging es hier nicht nur um ihn.

Hinweis: Das ist natürlich aus der Rohfassung, die noch gänzlich unbearbeitet ist. Somit kann sich das alles noch ändern. Als alternativen ersten Satz hatte ich mir bereits in einem Kommentar vermerkt:

Es fiel ihm schwer, den Stift zu halten.

Aufgabe 03: Inspiration für das aktuelle Projekt

Ich schreibe Spannungsliteratur, genauer gesagt Thriller. Zu meinem aktuellen Projekt hatte ich zunächst eine Ausgangssituation im Kopf. Ich möchte hier nicht zu viel vom Inhalt verraten, nur das: Meine Protagonistin befindet sich in größter Gefahr, doch niemand glaubt ihr. Ich selbst bin ein sehr wahrheitsliebender Mensch und finde den Gedanken in höchstem Maße erschreckend. Was bleibt einem, wenn man zwar die Wahrheit sagt, doch alle meinen, man würde lügen? Wenn jede weitere Beteuerung in den Ohren der anderen nach Rechtfertigung klingt und das Vertrauen noch weiter unterminiert? Welche Hilflosigkeit, welche Ohnmacht …

Aufgabe 04: Meine Schreibgeräte

Mein Schreibtisch

Mein Schreibtisch

Mein Hauptarbeitsgerät ist ein PC, den ich auch fürs Schreiben eigener Werke nutze. Meist schnappe ich mir dazu aber meinen Laptop und wechsle den Raum. Im Arbeitszimmer hängen die Gedanken vielleicht doch noch zu sehr an den Aufträgen für Kunden. Mit dem Laptop am Esstisch und dem damit verbundenen Ortswechsel habe ich das Gefühl, mehr Abstand zu diesen anderen Projekten zu gewinnen und kreativer sein zu können. Man muss nur aufpassen, auf welchem Gerät sich die aktuellste Version des eigenen Schreibprojektes befindet. Ja, ich weiß, es gibt Cloud-Dienste, über die man Dateien auf mehreren Geräten synchronisieren kann, allerdings bin ich kein Fan der Cloud. Ja, ich weiß auch, dass ein NAS eine Möglichkeit wäre, aber auch dazu kann ich mich noch nicht durchringen.

Aufgabe 05: Meine Schreibprogramme

Für Auftragsarbeiten – ob Lektorate, Übersetzungen oder journalistische Texte – nutze ich nach wie vor Word, da die Verlage und anderen Kunden es ebenfalls nutzen und so der Dateiaustausch reibungslos funktioniert.

Bei eigenen Projekten kommt es darauf an, um welche Art Dokument es sich handelt. Meine umfangreiche Ideensammlung für Kurzgeschichten und Romane beispielsweise besteht aus einer Vielzahl von Worddokumenten (pro Idee eine Word-Datei). Auch meine Blogartikel schreibe ich in Word.

Für meine Romane (das Schreiben der Rohfassung und eigene Überarbeitungen) nutze ich Scrivener, ein wunderbares Schreibprogramm, das ich für so lange Texte nur empfehlen kann! Allein die Struktur eines Scrivener-Projektes mit Ordnern für Kapitel und einzelnen Dateien für Szenen, die man beliebig hin- und herschieben kann, ist die Anschaffung allemal wert. Man behält so auch gleich das große Ganze viel besser im Blick. Dazu kann der Nutzer den einzelnen Szenen einen Status zuweisen, der personalisiert werden kann. So lässt sich schnell erkennen, welche Szene noch nicht fertig geschrieben wurde, welche überarbeitet werden muss, welche vielleicht schon fertig ist. Zudem können alle Recherchematerialen direkt in Scrivener gespeichert werden und stehen somit jederzeit zur Verfügung – ob Text, Website, Bild oder Video spielt keine Rolle, Scrivener kommt mit all diesen Formaten zurecht. Das Programm bietet eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten. Will man das gesamte Potenzial ausschöpfen, muss man sich eine Weile mit dem Programm beschäftigen und die Lernkurve ist – je nach Vorkenntnissen – recht steil. Meiner Meinung nach lohnt sich das aber.

Notizen zum Projekt (etwa Hinweise an mich selbst für die Überarbeitung) schreibe ich allerdings wiederum in Word – wohl noch ein Relikt aus früheren Zeiten. Theoretisch könnte man die auch in Scrivener innerhalb des Projekts anlegen. Vermutlich werde ich das in Zukunft auch so handhaben.


Wie lief dein Schreibjahr 2016? Magst du den ersten Satz deines aktuellen Projektes posten? Was hat dich zu diesem Projekt inspiriert? Und was nutzt du zum Schreiben? Ich freue mich auf deinen Kommentar!


Bildnachweise:
Artikelbild: thumb / iStockphoto
Die beiden anderen Fotos (Simba und Schreibtisch) stammen von mir, Kerstin Brömer.


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