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Recherche – das Fundament einer Geschichte

Ob zeitgenössischer Krimi, historischer Roman oder Science Fiction: Recherche ist in jedem Genre unerlässlich. Die Leser möchten zwar eine Geschichte präsentiert bekommen, die nicht alltäglich ist, aber die Grundsätze, sozusagen die Naturgesetze der Geschichte, müssen stimmen oder zumindest in sich schlüssig sein.

Beim Krimi trifft das zum Beispiel auf die Polizeiarbeit zu: Wer genau wird beispielsweise bei einem Tötungsdelikt zu einem Tatort geschickt? Wer koordiniert vor Ort die Arbeit von Ermittlern und Spurensicherung? Welcher der anwesenden Dienstränge ist höher? Oder Tötungsmethoden: Welches Gift ist in welcher Dosierung tödlich? Welche Waffe hinterlässt welche verräterischen Spuren?

Bei historischen Romanen sollten die geschichtlichen Fakten stimmen. Bei Science Fiction wiederum sollte der Aspekt der Wissenschaft (wie der Name schon sagt) berücksichtigt werden.

Methoden der Recherche

Es gibt viele Wege, eine gesuchte Information zu finden. Je nachdem ist der eine oder der andere besser geeignet. Häufig können sich die Methoden auch gegenseitig ergänzen oder eine Kombination kann letzte Zweifel an der Richtigkeit ausräumen.

Internet

Am Anfang sollte die gründliche Recherche im Internet stehen. Viele Informationen sind hier schnell und bequem zu finden. Auf die Seriosität der Quelle achten! Auch Fotos (Bilddatenbanken wie Flickr, pixelio, Fotolia oder iStockphoto können prima nach Stichworten durchsucht werden) oder Dienste wie Google Street View sind hilfreich, etwa bei der Beschreibung von Orten, die der Autor nicht selbst besucht hat oder an die seine Erinnerung verblasst ist.

Bücher

Sachbücher sind nach wie vor eine tolle Recherchemethode. Wer sich beispielsweise als Autor historischer Romane hauptsächlich einer bestimmten Epoche widmet, sollte dazu einen guten Grundstock an Fachliteratur besitzen. Ansonsten oder zusätzlich helfen gut ausgestattete Bibliotheken weiter, zum Beispiel Universitätsbibliotheken.

Museen/Galerien

Was man selbst erleben und sinnlich wahrnehmen kann, kann man auch viel besser anschaulich beschreiben. Besuche in Museen oder von anderen Ausstellungen inspirieren außerdem die Muse und lassen oft weitere Ideen sprudeln, die einem zuvor gar nicht in den Sinn kamen.

Reisen

Der Roman spielt an einem fremden Ort? Oder die Protagonisten müssen zur Lösung ihrer Aufgabe viele weit entfernte Orte aufsuchen? Das ist der perfekte Grund für eine Recherchereise. Landschaften, Leute, Mentalität, Atmosphäre, die Beschaffenheit von Straßen oder Details an berühmten Gebäuden – all das kann man umso besser den Lesern nahebringen, je persönlicher man es kennengelernt hat. Wer sich Recherchereisen zeitlich oder finanziell nicht leisten kann, kann immer noch auf Reiseliteratur sowie Fotos und Infos im Internet zurückgreifen.

Experten befragen

Das ist meine persönliche Lieblingsmethode. Wenn es um sachliche Informationen geht, gibt es meines Erachtens nach nichts, was so schnell zu sehr guten Ergebnissen führt, wie ein Telefonat oder ein Treffen mit einem Experten in dem Fachgebiet. Um den passenden Experten zu finden, hilft oft eine erste Internetrecherche. Wer hat Infos zum Thema im Internet veröffentlicht? Wer hat Sachbücher zum Thema geschrieben und gilt als Koryphäe auf dem Gebiet? Oft kann ein Professor der entsprechenden Fakultät an einer Universität weiterhelfen. Auch die Pressestellen von Behörden oder Verbänden sind gute Ausgangspunkte. Und keine Angst: Meine Erfahrung ist, dass die meisten Experten sehr hilfsbereit sind, wenn man höflich um eine Auskunft bittet.

Erfahrungen sammeln

Manchmal hilft nur ausprobieren. Die Protagonistin ist Trägerin des schwarzen Gürtels? Einfach selbst mal ein Karatetraining mitmachen, die Anstrengung spüren und die anderen genau bei ihren Bewegungen beobachten. Der Protagonist stürzt sich gern von Brücken? Bungee-Sprünge werden überall angeboten.

Bildnachweis: Gerville / iStockphoto

Nutzt du noch weitere Recherchemethoden? Womit hast du die besten Erfahrungen gemacht? Ich freue mich über Kommentare!

  1. Recherche ist für mich ein wunder Punkt. Aus persönlicher Erfahrung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass sie für den Schreibprozess schnell überschätzt wird und die Gefahr birgt auszuufern. So notwendig sie ist, so gefährlich ist es auch, sie zu übertreiben.

    Deswegen ist für mich das Wichtigste bei der Recherche, mir ein Zeitlimit zu setzen, wie lange ich recherchiere, bevor ich mit dem eigentlichen Schreibprojekt beginne.

    August 2, 2012
    • Das mit dem Zeitlimit ist ein guter Tipp. Ich neige vermutlich dazu, zu viel und zu lange zu recherchieren. Die Themen, die ich abdecken will, interessieren mich natürlich. Dann ist es leicht, vom Hundertsten ins Tausendste zu kommen. Es macht mir auch extrem viel Spaß, Neues zu entdecken und hinzuzulernen. Aber es kann auch passieren, dass man durch die Recherche immer mehr spannende Fakten entdeckt und so zum Teil sogar zu neuen Themen kommt, die man auch gern unterbringen würde – und auf einmal hat man Stoff für nicht einen Roman, sondern gleich für drei.

      Danke dir für den guten Hinweis!

      August 2, 2012

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